Wissen
Warum laufen? Unser Team Unser Angebot Zur Anmeldung Aktuelles Wissens-und Lesenswert Kontakt Impressum
Startseite | Copyright Gesundheitsprofis 2008
Lauf doch - von Dr. med. Bodo Seidel

Deutschland läuft. Nahezu in jedem größerem und auch vielen kleineren Orten existieren mittlerweile Walking- und Lauftreffs. Laufcup – Veranstaltungen und Marathonläufe boomen auch gerade in M/V. Die Bandbreite, das Alter, die Motivation der Läufer ist vielschichtig. Bessere Fitness, Körpergewichtsreduktion, Schmerzlinderung, Schlaflosigkeit, Stressbewältigung, mal einen Marathon durchstehen seien hier genannt.
Die Trainingsmethoden sind teils sehr different. Für den Laien sind die Empfehlungen nicht durchschaubar. Die Literatur gestaltet sich unübersichtlich. Coachs trimmen Läufer zum Marathon in 100 Tagen. Eben so kompliziert kann sich das Finden des richtigen Laufschuhs gestalten. Benötige ich Messcomputer, wissenschaftliche Belastungstests, individualisierte Laufprogramme?

Allgemein kann gesagt werden, einen 10 km Wettkampflauf schaffen nahezu alle, die keine wesentlichen gesundheitlichen Probleme haben. Einen Halbmarathon bewältigen noch die meisten mit einem gewissen Trainingspensum, aber einen Marathon doch deutlich weniger.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Langsamlaufen. Die Anpassung des Körpers und seiner Organsysteme bedarf einer gewissen Trainingsdauer. Recht schnell reagieren das Gefäß- und Herzkreislaufsystem, verzögerter die Muskulatur, Bänder und Sehnen, also das Stütz- und Bewegungssystem, noch langsamer die Knochen und erst mit Jahren das Nervensystem.
Es existieren Studien, die zeigen, dass sich das Gehirn eines Trainierten für eine gleiche Intelligenzleistung weniger anstrengen muss als das eines Untrainierten. Der Laufstil sollte natürlich sein mit vorgebeugtem Oberkörper und angewinkelten Armen mit lockeren Schultern und Händen.
Das Aufsetzen der Füße entspricht dem eigenen Stil und ist weder ein Vorfußlaufen noch ein Landen auf der Ferse bei gestrecktem Bein. Tempo und Schrittlänge wachsen mit dem Trainingszustand. Nach längerer Sportkarenz ist eine sportmedizinische Untersuchung mit besonderer Beachtung des Bewegungs- und Herzkreislaufsystems zwingend zu empfehlen.
Ergometrie, besser Laufbandtest auch mit Laktatmessung, gegebenenfalls eine Echokardiografie stellen sinnvolle Ergänzungen dar.
Zur Trainingsüberwachung eignen sich spezielle Pulsuhren oder einfach das morgendliche Pulsmessen. Ist dieser am Tage nach einem Lauf um ca. 10 Schläge erhöht, war das Training zu hart. In der Gruppe funktioniert die Tempoprüfung noch einfacher, man muss sich zu jeder Zeit noch unterhalten können.
Langsam starten schützt vor schnellem Aufgeben. Anfänglich sind 3 Läufe pro Woche von 30 bis 40 Minuten zu empfehlen. Schon nach 12 Wochen kann man dann Einheiten bis 60 Minuten ausdehnen.
Einen Marathon raten wir erst nach ca. 2 Jahren regelmäßigem Training. Optimal sollte dieser an der aeroben Laktatschwelle von 2,0 mmol/l vorbereitet werden, absolvieren kann man ihn dann an der aerob- anaeroben Schwelle.
Laufen mit großer Anstrengung nimmt den Spaß und provoziert Sportverletzungen infolge Über- und Fehlbelastung. Mindestens einmal pro Woche sollte Basisgymnastik zur Muskelkräftigung durchgeführt werden. Dehnübungen mit ca. 3 Wiederholungen je Muskelgruppe und Bein, auch Arme sollten nach jedem Training selbstverständlich sein.
Laufen kann also von nahezu Jedem erlernt werden. Trainingspläne sind nach persönlicher Kenntnis, am besten gemeinsamen Laufen für Einsteiger bis zum Marathonläufer zu erstellen. Der Trainingspuls sollte nicht zu sehr nach allgemeinen Formeln sondern individueller bestimmt werden. Laktatfeldtests sind hier besonders geeignet. Wissen auch um den Umgang mit Fehlschlägen oder Enttäuschungen und Verletzungen erleichtert das Abenteuer Lauf. Als begeisterter mittlerweile dreimaliger Marathonläufer, betreuender Sportarzt im Olympiastützpunkt M/V habe ich zur Vermittlung und Weitergabe des Wissens um das Laufen mit 2 ärztlichen Kollegen mit besonderen Schwerpunkten in der Ernährungsmedizin und der Neurophysiologie und einem auch im Spitzensport erfahrenem Trainingswissenschaftler ein Laufseminar gegründet. Wir werden im schönen Mecklenburger Land, z. B. in Feldberg in Kooperation mit der dortigen Rehabilitationsklinik oder im Hotel Bornmühle am Tollensesee unter Erweiterung mit Höhentraining aber auch zum Beispiel auf Rügen 3-tägige Seminare anbieten und bei Bedarf Aufbauseminare und Langzeitbetreuungen bis hin zum gemeinsamen Marathonerlebnis. Sollte dies ihr Interesse finden oder auch eine Empfehlung für ihre laufwilligen und –begeisterten Patienten sein, so informieren sie sich doch einfach unter www.lauf-doch.de.